Gedenken an Österreicher-Transport nach Dachau
Wien, 01.04.2025 (KAP) Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) hat am Dienstag in einer Aussendung an den ersten Transport österreichischer Häftlinge in das Konzentrationslager Dachau am 1. April 1938 erinnert. Dieser Tag markierte den Beginn systematischer NS-Verfolgung in Österreich nach dem sogenannten "Anschluss" an das nationalsozialistische Deutschland. Aus der großen Zahl an Verhafteten sei damals ein erster Transport von 151 Personen zusammengestellt worden; unter dem zynischen Titel "Prominententransport". Vom Wiener Westbahnhof begann für diese Menschen ein Leidensweg, der für viele in Vernichtungslagern oder Todeszellen endete. "Viele Mitglieder katholischer Verbände gehörten zu den ersten Gefangenen des NS-Regimes", so AKV-Präsident Matthias Tschirf.
Die Zusammensetzung des ersten Transports habe den Widerstand gegen das NS-Regime widergespiegelt: Etwa ein Drittel der Häftlinge waren jüdischer Herkunft, ein weiteres Drittel Vertreter des Ständestaates, etwa zehn Prozent Sozialisten und ebenso viele Kommunisten. Sie alle habe eines verbunden: "Sie wurden Opfer eines brutalen Terrorapparats, weil sie für ein freies, unabhängiges Österreich eintraten", so Tschirf: "Diese Menschen sind Mahnmal und Auftrag zugleich. Ihr Schicksal verpflichtet uns, für Demokratie, Menschenrechte und ein klares 'Nie wieder' einzutreten."
Unter den Inhaftierten befanden sich auch zahlreiche spätere Persönlichkeiten der österreichischen Politik, darunter Leopold Figl, der nach jahrelanger KZ-Haft im April 1945 aus der Todeszelle des Wiener Landesgerichts befreit wurde und kurze Zeit später als Mitglied der ersten Bundesregierung maßgeblich am Wiederaufbau der Republik beteiligt war. Ebenso gehörten Alfons Gorbach, späterer Bundeskanzler, sowie Fritz Bock, langjähriger Vizekanzler und Handelsminister, sowie der spätere Leiter der Staatspolizei Maximilian Pammer.